Ott's Amphoren

Der Winzer Bernhard Ott, aus dem niederösterreichischen Feuersbrunn, lässt einen Teil seiner Veltliner-Trauben in riesige Amphoren reifen und gräbt sie für ein halbes Jahr in Lössboden ein. 2009 wagte er zum ersten mal das Experiment Amphorenwein und stellt seither Wein nach altem georgischen Vorbild her. In Kaukasus werden bis heute die sogenannten „Qvevri“ nach traditionellen Handwerk gefertigt. Die nur wenig Zentimeter dünnen Gefäße, deren Fassungsvermögen zwischen 500 und 2.000 Liter variiert, sind im Inneren mit Bienenwachs beschichtet, um den Temperaturaustausch des Bodens zuzulassen. Dadurch reift der Wein im Winter bei etwa fünf Grad unter der Erde.

Während bei der konventionellen Herstellung im Holzfass, die Trauben gleich nach der Ernte gepresst werden und der Traubensaft anschließend vergoren wird, werden bei der alten Methode gerebelten Beeren in die Amphore gefüllt und die Gärung findet im Inneren der Trauben statt. „Das Rebmaterial muss perfekt sein. Wenn du was Gutes reinfüllst, kommt auch was Gutes raus.“, so Bernhard Ott.

Für den wagramer Winzer ist sein Amphorenwein die reinste Form, Grünen Veltliner zu genießen. Was nicht heißt, dass er seinen klassischen Veltliner weniger schätzt. Aufgrund seines komplexen und individuellen Aromas ist der Amphorenweine zwar nicht jedermanns Geschmack, doch im Endeffekt zählt nur, welcher Wein einen schmeckt und von welchen man noch ein Glaser’l möchte!